Neues zur E-Bilanz

25. Februar 2014

Mit dem BMF-Schreiben vom 27.06.2013 wurde eine überarbeitete Version der Taxonomien, die Taxonomie-Version 5.2, veröffentlicht. Diese Taxonomien sind für die Übermittlung von Jahres­abschlüssen, die nach dem 31.12.2013 beginnen, zu verwenden. Eine Taxonomie gilt immer ab dem Wirtschaftsjahr, das nach der Veröffentlichung folgt, also für Wirtschaftsjahre, die nach dem folgenden 31.12. beginnen.

Seit Langem gefordert, wurde nun endlich Ende Januar eine Gegenüberstellung der Unterschiede zwischen den Taxonomien 5.1/5.2. veröffentlicht. Dieses Vergleichsdokument wurde auf der Webseite www.esteuer.de eingestellt: „Änderungsnachweis und Vergleichsdokumente zum Taxonomie-Update 2013 (Taxonomie 5.1/5.2)“.  Für jede Taxonomieart (Kern-, Ergänzungs- oder Spezialtaxonomie) steht je eine Excel-Visualisierung zur Verfügung. In den Excel-Visualisierungen sind die Änderungen zur Taxonomie 5.1 farblich gekennzeichnet, z.B. werden neue Positionen grün markiert:

Die Finanzverwaltung gibt zu den Excel-Visualisierungen den Hinweis, dass die Excel-Visualisierungen nicht verbindlich sind und dass aufgrund der Fülle des Materials außerdem eine Auswahl der gängigsten und wichtigsten Informationselemente getroffen wurde, was in Einzelfällen den Eindruck der Unvollständigkeit erwecken könnte. Des Weiteren wurde auf www.esteuer.de der FAQ-Katalog aktualisiert.

Die Übermittlungsmöglichkeit mit der neuen Taxonomie 5.2 ist für Testfälle seit Mitte November 2013, für Echtfälle voraussichtlich ab Mai 2014 gegeben. Nachfolgend sind einige Änderungen erwähnt:

  • Erweiterungen bei den Stammdaten, z.B. Erweiterung Rechtsform-Katalog, Größenklassen
  • Ergänzung der Überleitungsrechnung
  • Erweiterung der Gewinnermittlung für besondere Fälle
  • Ergänzung  von Berichtsbestandteilen, z.B. zusätzlicher Berichtsteil für die GuV nach MicroBilG
  • Diverse Strukturoptimierungen bei „davon-Positionen“
  • Überarbeitung des Kapitalausweises bei Personengesellschaften (Aktivseite)
  • Änderungen bei den Positionen Löhne und Gehälter, sonstige Rückstellungen
  • Einfügung weiterer Auffangpositionen
  • Erweiterung des Berichtsteils „Steuerliche Gewinnermittlung für besondere Fälle“ – nur für Körperschaften
  • Optionale Ergänzungen von Taxonomie-Positionen für Vereine und Stiftungen
  • Diverse Änderungen bei der Branche: Banken
  • weitere Spezialtaxonomie für Zahlungsinstitute

Bei dem am 31.01.2014 stattgefundenen Herstellertreffen zum Thema E-Bilanz „Forum E-Bilanz zur fachlichen Taxonomie in den Räumen des Bundesministeriums der Finanzen, wurden von den Leitern des Projekts E-Bilanz weiterführende Hinweise gegeben:

  • Für die Kapitalkontenentwicklung bei Personengesellschaften gilt, dass diese noch bis zum Erscheinen der Taxonomie 5.3 als formatierter Text gesendet werden kann. Es wird von der Finanzverwaltung nicht erwartet, dass die Datenstruktur in Taxonomie 5.2 schon jetzt (freiwillig) von vielen Übermittlungspflichtigen genutzt wird.
  • Sonder – und Ergänzungsbilanzen können noch für WJ, die vor dem 01.01.2015 enden, als Freitext in der Gesamthands­bilanz versendet werden.
  • Daher wurden in der Taxonomie 5.2 die Möglichkeiten der übermittlungsfähigen Schriftarten bei den Fußnoten erweitert. Diese können insbesondere dazu genutzt werden, um die Besonderheiten bei Personengesellschaften in der Übergangsphase abzubilden.

Weiterhin besteht keine Übermittlungspflicht für folgende Steuerfälle, wenn das WJ vor dem 01.01.2015 endet, d.h. der steuerliche Jahresabschluss kann weiterhin in Papierform abgegeben werden:

  • Unternehmen mit ausländischen Betriebsstätten (für Positionen, die die ausl. Betriebsstätten betreffen)
  • Ausländische Unternehmen mit inländischen Betriebsstätten
  • Steuerbefreite / -begünstigte Körperschaften
  • Betriebe gewerblicher Art

Nach Ablauf der Übergangsfrist werden die Steuerpflichtigen vor große Herausforderung gestellt, denn dann wird es verpflichtend, für jeden Gesellschafter einer Personengesellschaft oder Mitunternehmerschaft einen eigenen Datensatz für die Ergänzungs- oder Sonderbilanz/en zu übermitteln. Das bedeutet,  vorausgesetzt es gibt je Gesellschafter eine Sonder- und eine Ergänzungsbilanz, sind insgesamt 21 Datensätze elektronisch zu versenden. Zusätzlich wird es erforderlich, je Gesellschafter das Kapitalkonto elektronisch darzustellen. Derzeit können mit der E-Bilanz Angaben zu 9.999 Gesellschaftern übermittelt werden

Von Seiten der Verwaltung besteht ein großes Interesse an der Einführung der Rückübertragungsmöglichkeit geänderter Bilanzen nach einer Betriebsprüfung. Derzeit erfolgt die Betriebsprüfung aber noch in der „Papierwelt“; eine Rückübertragung wird daher noch einige Zeit benötigen.

Opti.Tax OEM wird die Änderungen zu den Taxonomien zeitgerecht umsetzen. Die Änderungen zur Taxonomie 5.2 werden zur Verfügung stehen, wenn nach Veröffentlichung des ERiC 20 die Übermittlungsmöglichkeit für den Echtversand gegeben ist. Weiterhin arbeitet die hsp mit Hochdruck daran, die Erfassung und Pflege der Datensätze für die Gesellschafter einer Personengesellschaft anwenderfreundlich zu gestalten.